ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

RUSSLAND / UKRAINE: Ukrainischer Zivilist verhaftet

Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), https://www.igfm.de/kostiantyn-zinovkin/

Kostiantyn Zinovkin wurde am 22. Oktober 1989 in Melitopol geboren, einem Gebiet, dass sich seit 2022 unter russischer Besetzung befindet.

Am 12. Mai 2023 wurde er von Vertretern des russischen Geheimdienstes FSB in seiner Heimatstadt Melitopol entführt und später des Terrorismus beschuldigt.

Kostiantyn hielt sich in der besetzten Stadt auf, weil er sich um seine alte Mutter und seine Großmutter kümmerte, die einen Schlaganfall erlitten hatte.

Er vertrat eine eindeutig pro-ukrainische Position, die er auf Protestaktionen zum Ausdruck brachte, die von Bewohnern Melitopols nach der Besetzung organisiert wurden. In der Folgezeit begann das russische Militär, die Kundgebungen mit Waffengewalt aufzulösen, und die Ukrainer hörten auf, offen zu protestieren, weil dies zu gefährlich wurde.

Im Oktober 2023 wurde Kostiantyn im russischen Fernsehen vorgeführt. Die Russen nannten ihnen einen Zombie und einen kranken Menschen, weil er selbst in Gefangenschaft weiterhin behauptet, Russland sei ein terroristisches Land und die Ukraine unabhängig.

Derzeit wird Kostiantyns Fall an das Militärgericht des südlichen Bezirks in Rostow-am-Don übertragen. Die Anklage gegen ihn war frei erfunden. Sein Geständnis zu den Verbrechen wurde durch Folter und Misshandlung erzwungen.

Kostiantyns Frau, Liusiena Zinovkina, kämpft seit dem ersten Tag seiner Inhaftierung für die Freilassung ihres Mannes und hat auf der Jahresversammlung der IGFM in Bonn am gestrigen Samstag (29.03.2025) in eindrucksvoller Weise sein Schicksal und das erlittene Leid geschildert - und nicht nur seines, sondern auch der vielen anderen Zivilgefangenen, die also keine Angehörigen des ukrainischen Militärs sind.

Wie die IGFM mitteilte, sind zwischen 2022 und 2024 offiziell 15 zivile Gefangene gestorben, wobei die tatsächliche Zahl weitaus höher sein dürfte.

>>> Bitte helfen Sie mit, die Freilassung von Kostiantyn Zinovkin zu erreichen, indem Sie das nachfolgende Schreiben kurzfristig an die genannten Stellen schicken.

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Botschafter der Russischen Föderation
S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
D-10117 Berlin

E-Mail: info@russische-botschaft.de



Sehr geehrter Herr Botschafter,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des Ingenieurs Kostiantyn Zinovkin (geb. 22.10.1989) aufmerksam zu machen, der am 12. Mai 2023 in Melitopol (Region Saporischschja) unschuldig verschleppt und verhaftet wurde.

Am Morgen des 12. Mai 2023 verließ Kostiantyn das Haus und kehrte nicht mehr zurück. Stattdessen kamen drei Unbekannte mit Sturmhauben zu seiner Mutter und teilten ihr mit, dass Kostiantyn wegen „Verletzung der Ausgangssperre“ verhaftet und auf die Militärkommandantur gebracht worden sei. Später wurde ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Am 25. Januar 2024 wurde Kostiantyn zu einer weiteren Anhörung nach Melitopol gebracht, es ist allerdings noch nichts über seine Verurteilung oder andere Ergebnisse bekannt.

Die Bedingungen für ukrainische Gefangene in den russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen sind unmenschlich. Dort werden sie gefoltert und misshandelt. Seine Familie hat nahezu keine Informationen über sein Wohlergehen.
Kostiantyn Zinovkin ist ein unschuldiger Zivilist, der unrechtmäßig und ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird.

Ich appelliere an Sie, sich umgehend für die Freilassung des unschuldigen Kostiantyn Zinovkin einzusetzen.

Stellen Sie den sofortigen Kontakt mit seiner Familie und einen Rechtsbeistand für ihn sicher.

Hochachtungsvoll



KOPIEN:

>>> Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, D-10117 Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: buergerservice@diplo.de

>>> Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Luise Amtsberg, E-Mail: menschenrechtsbeauftragte@auswaertiges-amt.de

>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Platz der Republik 1, D-11011 Berlin, Fax: 030-227-36051, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de