ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

NEPAL: Pastor inhaftiert

Quellen: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte / IGFM, www.igfm.de; Evangelische Nachrichtenagentur idea, www.idea.de 


Als „Gefangenen des Monats Juli“ haben die die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Nepal inhaftierten Pastor Keshab Acharya aus Pokhara in der Provinz Gandaki Pradesh benannt. 

Weil er ein Heilungsgebet gegen das Corona-Virus im Internet veröffentlichte, sitzt der 32-Jährige seit dem 23. März 2020 hinter Gittern. „Mit der Macht des Herrschers dieser Schöpfung rüge ich Dich. Mit der Macht im Namen unseres Herrn Jesus Christus, geh fort und stirb, Corona“, sprach er. 

Die Polizei warf ihm zunächst „Irreführung der Öffentlichkeit“ vor. Der Internetprediger habe in den sozialen Medien Falschinformationen über das Virus verbreitet. Drei Männer und eine Frau von der Polizei klingelten abends an seiner Tür, gaben sich als Christen aus und baten um ein gemeinsames Gebet. Als der Pastor sie in die Wohnung hereingelassen hatte, umzingelten sie ihn und nahmen den Vater zweier kleiner Kinder vor den Augen seiner Familie fest.

In der Zeit vor seiner Inhaftierung erhielt der Pastor Beschimpfungen und Morddrohungen durch Anrufer. Am 8. April sollte er zunächst auf Kaution freigelassen werden. In dem Moment, in dem er in Begriff war, das Gefängnis zu verlassen, wurde er erneut festgesetzt. Nun lautete der Vorwurf, er habe religiöse Gefühle verletzt und missioniert. Bis 2006 war der Hinduismus in Nepal Staatsreligion, in seiner aktuellen Verfassung jedoch erklärt sich das Land zwischen Indien und China zu einem säkularen Staat. Vergleichbar mit der Situation in Indien gilt in dem Nachbarland seit 2018 auch eine Anti-Konversionsbestimmung. Am 13. Mai wurde Acharya in ein anderes Gefängnis verlegt, nach Dolpa, das so berüchtigt wie auch abgelegen ist. Das Distriktgericht ordnete zwischenzeitlich ausdrücklich an, ihn nicht gegen Kaution freizulassen.

>>> Bitte helfen Sie mit, die Freilassung von Pastor Kashab Acharya zu erreichen, indem Sie das nachfolgende Schreiben kurzfristig an die genannten Stellen schicken.


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Ihre Exzellenz
Präsidentin Bidhya Devi Bhandari
℅: Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Nepal 
Guerickestrasse 27
D-10587 Berlin

Fax: 030 343599-06 
E-Mail: berlin@nepalembassy.de 



Exzellenz,

bitte erlauben Sie mir, dass ich mich für einen jungen Familienvater, der seit dem 23. März 2020 in Nepal in die Mühlen der Justiz geraten und inhaftiert ist, verwende. 

Es handelt sich um Pastor Keshab Acharya, 32 Jahre alt und zweifacher Familienvater, aus Pokhara in der Provinz Gandaki Pradesh. Er gehört der Minderheit der Christen in Ihrem Land an und veröffentlicht häufig Ansprachen und Gebete im Internet. So betete er auch, dass das Corona-Virus besiegt werden möge, das weltweit Menschen befällt und einen Großteil der Länder Erde zu drastischen Einschränkungen des täglichen Lebens zwingt. 

Dass sein Gebet zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann, ist Teil seiner religiösen Überzeugung, die er gemäß Artikel 18 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte öffentlich bekennen darf. 

Zunächst wurden Acharya Irreführung der Öffentlichkeit durch Falschinformation vorgeworfen und dann schließlich Verletzung religiöser Gefühle sowie Missionieren zur Last gelegt, Vorwürfe, denen sich zunehmend häufiger nepalesische Christen ausgesetzt sehen. 

Ich bitte Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um auf eine Freilassung des Christen hinzuwirken.

Hochachtungsvoll



KOPIEN: 

>>> Auswärtiges Amt, Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: buergerservice@diplo.de  
  
>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Vorsitzende: Frau Gyde Jensen, Fax: 030-227-36051, E-Mail: gyde.jensen@bundestag.de