ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

IRAN: Christliche Konvertitin an unbekanntem Ort festgehalten

Quellen: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte / IGFM, www.religionsfreiheit-igfm.info; Evangelische Nachrichtenagentur IDEA, www.idea.de


Als „Gefangene des Monats Mai 2026“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die iranische Christin Ghazal Marzban benannt. Am 14. Januar 2026 suchten Geheimdienstmitarbeiter sie zu Hause auf, nahmen sie fest und beschlagnahmten ihre Bibel sowie weitere christliche Literatur.

Zwei Stunden, nachdem sie abgeführt worden war, durfte Marzban ihren Ehemann telefonisch darüber benachrichtigen, dass sie sich im Gewahrsam des Geheimdienstes befinde. Seither ist über ihren weiteren Verbleib nichts bekannt geworden. Die Katholikin war vor ihrem Glaubenswechsel 2017 muslimisch und hat einen Universitätsabschluss in islamischer Rechtslehre.

Aufgrund ihrer Konversion wurde sie von den Behörden der Mullah-Diktatur verfolgt, wogegen sie protestierte. Sie appellierte öffentlich an den Papst, die massenhafte Unterdrückung in ihrer iranischen Heimat anzuprangern. Daraufhin wurde sie erstmals am 5. November 2024 wegen angeblicher staatsfeindlicher Propaganda und Verstoßes gegen die Kopftuchpflicht festgenommen. Später wurde Marzban zu sechs Monaten Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Nachdem sie zwei Monate ihrer Strafe im berüchtigten Evin-Gefängnis abgesessen hatte, wurde sie im Januar 2025 entlassen. Ihre Freiheit währte aber nur ein Jahr.

>>> Bitte helfen Sie mit, die Freilassung von Ghazal Marzban zu erreichen, indem Sie das nachfolgende Schreiben kurzfristig an die genannten Stellen schicken.

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Seine Exzellenz

Präsident Massud Peseschkian

c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran

Podbielskiallee 65-67

D-14195 Berlin

E-Mail: info@iranbotschaft.de


Sehr geehrter Herr Präsident,

ich wende mich in Sorge um die iranische Staatsbürgerin Ghazal Marzban an Sie. Die Christin hat ihr Recht wahrgenommen, ihre Religion frei zu wählen. Nachdem sie friedlich für ihr Recht auf Religionswechsel eingetreten war, wurde sie erstmals ab November 2024 für zwei Monate inhaftiert und am 14. Januar 2026 erneut festgenommen. Seit diesem Tag ist nichts über ihren Aufenthaltsort bekannt geworden.

Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte völkerrechtlich verbindlich ratifiziert. In Artikel 18 dieses Dokumentes wird jedem Menschen das Recht garantiert, seinen Glauben zu wechseln und auch für ihn zu werben. Daher appelliere ich an Sie, sich für die sofortige und bedingungslose Freilassung der Glaubensgefangenen einzusetzen.

Hochachtungsvoll


KOPIEN:



>>> Auswärtiges Amt,
Werderscher Markt 1, D-10117 Berlin, E-Mail: buergerservice@diplo.de 



>>> Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Dr. Lars Castellucci, E-Mail: menschenrechtsbeauftragter@diplo.de

>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Platz der Republik 1, D-11011 Berlin, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de