ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE: Unmenschliche Haftbedingungen 

 Quelle: Hoffnungszeichen e.V., www.hoffnungszeichen.de 


Ein Menschenrechtsverteidiger wurde zu Unrecht zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und muss in Haft schlimmste Zustände ertragen. Mit Hungerstreiks versuchte er sich zu wehren – vergeblich. Mit einer Petitionskampagne versucht die christliche Menschenrechtsorganisation Hoffnungszeichen e.V., seine Freilassung zu erreichen.


Ein Hungerstreik – das war der einzige Ausweg, den Ahmed Mansoor noch sah. Er protestierte damit gegen die Schläge durch die Gefängniswärter, dagegen, dass er sich seit zweieinhalb Jahren ohne Zugang zu Frischluft und Sonnenlicht in Einzelhaft befindet, dagegen, dass er kein Frischwasser, keine Bücher und keine Matratze in seiner Zelle hatte. Die Haftbedingungen, denen der Menschenrechtsaktivist seit seiner Verhaftung im März 2017 unterworfen ist, widersprechen allen internationalen Standards und gelten laut den Mindestanforderungen der Vereinten Nationen für die Behandlung von Gefangenen als Folter. Es ist kaum vorstellbar, was für eine Willenskraft ein Mensch benötigt und wie groß seine Verzweiflung sein muss, um die extreme Strapaze eines Hungerstreikes auf sich zu nehmen.

Ahmed Mansoor wurde am 20. März 2017 in seinem Zuhause im Emirat Ajman festgenommen. Er ist ein Internetaktivist, Dichter und bekannter Menschenrechtler, dem 2015 der renommierte Martin-Ennals-Menschenrchtspreis als Auszeichnung für sein Engagement für die Wahrung der Menschenrechte in seinem Land verliehen wurde. Er gehört verschiedenen internationalen Ausschüssen und Organisationen an und dokumentiert seit 2006 die Menschenrechtslage in seinem Heimatland. In seinen weltweit beachteten Beiträgen und Interviews sprach er sich öffentlich für die Durchsetzung internationaler Menschenrechtsstandards in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus.

Im Frühjahr 2018 begann sein Gerichtsverfahren, das am 29. Mai 2018 mit einer Verurteilung zu zehn Jahren Haft mit anschließender dreijähriger „Überwachung“ endete. Er wurde unter anderem für schuldig befunden, „den Status und das Ansehen der Vereinigten Arabischen Emirate und deren Symbole beleidigt“ zu haben, „falsche Informationen verbreitet zu haben, um dem Ansehen der Vereinigten Arabischen Emirate im Ausland zu schaden“, und „die Vereinigten Arabischen Emirate als gesetzloses Land dargestellt“ zu haben.

Am 17. März 2019 war Ahmed Mansoor schon einmal in den Hungerstreik getreten, um gegen sein unfaires Strafverfahren und die schlechten Haftbedingungen zu protestieren. Er beendete seinen Hungerstreik Mitte April 2019, nachdem ihm etwas häufiger Familienbesuch gestattet wurde und er einmal seine Mutter anrufen durfte. Doch der zu Unrecht Verurteilte litt weiter unter extrem unmenschlichen Haftbedingungen, und so trat er am 7. September 2019 erneut in den Hungerstreik. Die Einzelhaft ohne Zugang zum Sonnenlicht und die anderen fürchterlichen Schikanen hatten ihn dazu getrieben. Weil sich sein Gesundheitszustand extrem verschlechterte, beendete er seinen Hungerstreik Ende Oktober. Seine Haftbedingungen wurden nicht verbessert, lediglich fließendes Wasser wurde endlich in seine Zelle gelegt.


>>> Bitte helfen Sie mit, die Freilassung von Ahmed Mansoor zu erreichen, indem Sie sich am Online-Appell von Hoffnungszeichen e.V.  beteiligen, die Sie unter folgendem Link erreichen: https://www.hoffnungszeichen.de/engagieren/protestieren/vereinigte-arabische-emirate-unmenschliche-haftbedingungen