ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

TÜRKEI: 76-jährigen Schriftsteller Enver Altayli freilassen!

Quellen: www.change.org; diverse Pressemeldungen, u.a. Süddeutsche Zeitung, www.sueddeutsche.de

Seit Oktober 2017, also seit nunmehr 2 1/2 Jahren, befindet sich Enver Altayli, ein 76-jähriger Schriftsteller und Intellektueller, in der Türkei in Haft. Er besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit und ist Opfer der Inhaftierungswelle, die nach dem Putschversuch in der Türkei 2016 einsetzte.  


Die Inhaftierung und die Haftbedingungen machen ihm extrem zu schaffen. Mit zunehmender Dauer der Haft wird er mit jedem Tag schwächer, da er zudem an einer Herz- und Stoffwechselerkrankung leidet.Wir wissen nicht, wie lange er die Haft noch aushalten kann, zumal nicht abzusehen ist, wie lange seine Inhaftierung andauern wird“, so seine Tochter, die in Deutschland lebende Fachärztin Dr. Zeynep Potente. Bisher wurden jegliche Beschwerden gegen seine Inhaftierung und seine Haftbedingungen von den türkischen Justizbehörden ausnahmslos abgelehnt

Seit dem Putschversuch im Juli 2016 wurden mehr als 50.000 Menschen von den türkischen Justizbehörden aus fraglichen Gründen und Beweismitteln in Untersuchungshaft genommen. Darunter befinden sich u.a. Politiker, Richter, Ärzte, Schriftsteller und viele Journalisten.

Vielen werden Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Starker und andauernder Druck der türkischen Regierung, erschwert es den türkischen Gerichten, Initiativen zur Entlassung politischer Häftlinge ergreifen zu können.

Dazu Dr. Zeynep Potente: „Auch meinem Vater wird vorgeworfen, mit der Gülen Bewegung in Verbindung zu stehen. Er ist jedoch niemals Mitglied der Gülen Bewegung gewesen, noch gibt es irgendwelche Beweise für Aktivitäten, die den Vorwurf gegen ihn begründen könnten. Es sind die politischen Ansichten unseres Vaters und Schriftstellers, die dazu führten, dass er seit über einem Jahr unter menschenrechtswidrigen Bedingungen unschuldig in Isolationshaft gehalten wird. Enver ist immer für eine westlich und liberal orientierte Türkei gewesen. Er engagierte sich sehr für eine demokratisch liberale Türkei und setzte sich für die Stärkung und Wiederherstellung der demokratischen und rechtsstaatlichen Institutionen ein. In den 1970ern wurde Enver Altayli beim türkischen Nachrichtendienst eingestellt, der ihn an das Institut für Ostrecht in Köln schickte, um in Sowjetologie ausgebildet zu werden. Nachdem er 1973 aus dem türkischen Nachrichtendienst austrat, arbeitete er bis Anfang 1980 für die türkische Partei der nationalistischen Bewegung (MHP). Dort vertrat er die Position, dass die Zukunft der Türkei bei der Nato und dem liberalen Westen läge. Nach der Auflösung der Sowjetunion distanzierte er sich von der MHP, setzte sich jedoch weiterhin für eine europa- und westlich orientierte Türkei ein.“

Er war immer ein kompromissloser Kritiker der aktuellen türkischen Regierungspolitik, ihrer zunehmenden Entfernung von den demokratischen Grundsätzen und des westlich liberalen Rechtssystems.

Der Fall Altayli ist einer der prominentesten Fälle von Deutschen in türkischer Haft. Der deutsche Botschafter besucht ihn regelmäßig. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es zu Altyali, dass "Fälle, in denen von einem politischen Hintergrund der Verhaftung auszugehen ist, auf politischer Ebene gegenüber der Türkei angesprochen wurden und werden."

Tochter Zeynep hat eine Petition an Bundesaußenminister Heiko Maas initiiert und appelliert, sich für die Freilassung von Enver Altayli einzusetzen. Es ist klar, dass der Außenminister dies schon jetzt tut, doch wird sein Anliegen von türkischer Seite ernster genommen, je mehr Personen ihn dabei unterstützen.

>>> Bitte unterzeichnen Sie die Online-Petition, die Sie unter folgendem Link erreichen: https://www.change.org/p/erdogan-freiheit-für-meinen-vater-enver-heikomaas