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Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte / IGFM, www.igfm.de

Die Rohingya sind eine sunnitisch-muslimische Ethnie, deren größter Teil in Myanmar – auch Burma genannt - lebt, vor allem im Bundesstaat Rakhine an der Westküste. Da die dortige Regierung sie nicht als Staatsbürger anerkennt und unterdrückt, lebt etwa die Hälfte von ihnen als Flüchtlinge in Bangladesch und anderen Ländern Asiens.

Die Rohingya haben ihre eigene Sprache und Kultur, jedoch ist ihre Herkunft umstritten. Es gibt verschiedene Theorien über ihre Herkunft, denen zufolge ihre Ankunft in der Region zwischen dem 8. und dem 15. Jahrhundert erfolgte. Das burmesische Staatsbürgerschaftsgesetz von 1982 verweigert den Rohingya jedoch effektiv die Staatsbürgerschaft; die Rohingya gehören nicht zu den dort offiziell anerkannten einheimischen ethnischen Gruppen. Regierung und Rohingya-feindliche Gruppen beharren darauf, die Rohingya seien erst im 20. Jahrhundert illegal aus Bengalen (eine historische Region, die sich auf Bangladesch und die indischen Bundesstaaten Westbengalen, Bihar, Jharkhand, Tripura und Orissa erstreckte) eingewandert und daher „illegale Einwanderer“ oder deren Nachfahren.

Mit der Entlassung Myanmars aus britischer Kolonial- herrschaft im Jahr 1948 erhielten die Rohingya einen Status als Minderheit, der allerdings von der derzeitigen Regierung nicht anerkannt wird. Der Grund für die heutige Diskriminierung und den Hass, unter dem die Rohingya zu leiden haben, ist unklar – Erklärungsversuche reichen von ethnischen und religiösen Feindseligkeiten bis zu burmesischem Nationalismus.

Gewalt und Vertreibung der Rohingya gehen auch unter der demo- kratischen Regierung Myanmars weiter. Sie hat ein so großes Ausmaß, dass sich im Dezember 2016 insgesamt 23 Nobel- preisträger an den UN-Sicherheitsrat gewandt haben. Sie sprechen von ethnischen Säuberungen und „Verbrechen gegen Menschlichkeit“

>>> Die IGFM hat dies aufgegriffen und den nachfolgenden Appell initiiert, der an die Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gerichtet ist. Bitte senden Sie diesen kurzfristig an die genannten Stellen. - Darüber hinaus liegt auch eine Unterschriftsliste der IGFM bei, mit der Sie bei Verwandten, Freunden und Bekannten Unterschriften sammeln und anschließend an die IGFM zurücksenden können.


12.02.2017 - IGFM-Unterschriftsliste zu Rohingya.pdf

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Ihre Exzellenz
Frau Aung San Suu Kyi
National League for Democracy
c/o: Botschaft der Republik Union Myanmar
Thielallee 19
D-14195 Berlin

Fax: 030 206 15720
E-Mail: info@meberlin.com, info@botschaft-myanmar.de





Exzellenz,

ich schreibe Ihnen um Sie auf die Situation der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar aufmerksam zu machen. Zu meiner Bestürzung geht die Gewalt und Vertreibung der Rohingya auch unter der demokratischen Regierung Myanmars weiter. Sie hat ein so großes Ausmaß, dass sich im Dezember 2016 insgesamt 23 Nobelpreisträger an den UN-Sicherheitsrat gewandt haben. Sie sprechen von ethnischen Säuberungen und „Verbrechen gegen Menschlichkeit“.

Könnten Sie bitte so freundlich sein und mir Informationen zur aktuellen Situation der Rohingya in Myanmar schicken? Mich interessiert insbesondere, was die Regierung Myanmars tut, um die Zerstörung von Eigentum, Misshandlungen, Morde und Vergewaltigungen durch Sicherheitskräfte des Staates zu beenden. Was tut die Regierung, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und Rechtsstaatlichkeit herzustellen?

Ich appelliere an Sie, umgehend  das Leben, die Sicherheit und die Rechte aller Einwohner Myanmars zu gewährleisten. Außerdem appelliere ich an Sie, alle diskriminierenden Gesetze, wie das „Staatsbürgerschaftsgesetz“ von 1982 entweder aufzuheben oder mit den Menschenrechten in Einklang zu bringen.

Hochachtungsvoll




KOPIEN:

>>> Auswärtiges Amt, Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: poststelle@auswaertiges-amt.de    
 
>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Fax: 030-227-36051, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de