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Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte e.V. / IGFM, www.igfm.de

Am 9. September 2015 wurde der venezolanische Oppositionsführer Leopoldo López zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und neun Monaten verurteilt. Die Anklage wegen „Brandstiftung“, „Beschädigung öffentlichen Eigentums“, „Anstiftung zum Verbrechen“ und „Verschwörung“ ist nach Auffassung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) konstruiert. Nach Informationen der IGFM fand der Prozess hinter geschlossenen Türen statt, der Ausgang des Prozesses stand bereits vor der Verhandlung fest.

Nach Angabe der IGFM ließ die Richterin Susana Barreiros für die Anklage die Aussage von 108 Zeugen zu, von den 60 von der Verteidigung vorgeschlagenen Zeugen akzeptierte sie aber lediglich zwei und erklärte ohne konkrete Gründe, dass die von López‘ Verteidigungsteam vorbereitete Dokumentation von Entlastungsbeweisen für seine Unschuld nicht zugelassen werde.

Leopoldo López ist derzeit im Militärgefängnis Ramo Verde am Stadtrand von Caracas inhaftiert. Er wurde nach eigener Aussage mehrmals von Wärtern gefoltert. Rund ein Drittel seiner bisherigen Haft seit dem 18. Februar 2015 verbrachte er in einer Einzelzelle, wo er weder von seinen Anwälten noch von seinen Angehörigen besucht werden durfte.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin zeigt sich empört über das willkürliche Vorgehen der venezolanischen Justiz: „Venezuela hat sich zur Diktatur entwickelt, in der Regimekritiker durch manipulierte Anklagen ausgeschaltet werden. Die internationale Gemeinschaft darf ein solches Vorgehen nicht tolerieren“, so Lessenthin. Der IGFM-Sprecher  forderte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier dazu auf, sich gegen dieses politische Willkürurteil einzusetzen.


Leopoldo López, venezolanischer Demokratieaktivist, Ökonom und ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Chacao im Großraum Caracas, gründete 2009 die oppositionelle Partei Voluntad Popular, um eine pluralistische Alternative zu den alleinherrschenden Chavisten zu schaffen. Nach dem Wahlsieg von Nicolas Maduro im Dezember 2013 rief Leopoldo López weiter zu friedlichen Protesten gegen den Präsidenten auf, um für das Recht auf freie Meinungsäußerung zu demonstrieren. Als daraufhin Anfang 2014 über 40 Menschen bei Straßenschlachten ums Leben kamen, wurde am 13. Februar 2014 wegen „Brandstiftung“, „Beschädigung öffentlichen Eigentums“, „Anstiftung zum Verbrechen“ und „Verschwörung“ ein Haftbefehl gegen López ausgestellt. Auch internationale Proteste konnten die venezolanischen Behörden bisher nicht von ihrer Entscheidung abbringen.


>>> Bitte helfen Sie mit, die Freilassung von Leopoldo López zu erreichen, indem Sie das nachfolgende Schreiben kurzfristig an die genannten Stellen schicken.


+ + + + + +

Botschaft der Boliviarischen Republik Venezuela
S. E. Herrn Rodrigo Oswaldo Chaves Samudio
Schillstraße 10
D-10785 Berlin

Fax: 030-8322 4020
E-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de





Exzellenz,

erlauben Sie mir, Ihre Aufmerksamkeit auf das Schicksal des Oppositionspolitikers Leopoldo López zu lenken, der am 09. September 2015 zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und 9 Monaten verurteilt worden war.

Die Anklage wegen „Brandstiftung“, „Beschädigung öffentlichen Eigentums“, „Anstiftung zum Verbrechen“ und „Verschwörung“ ist nach Auffassung der internationaler Beobachter konstruiert gewesen. Da der Prozess hinter geschlossenen Türen stattfand, entsprach auch dieser nicht internationalen Rechtsstandards.

Leopoldo López hat weder Gewalt angewandt, noch zu Gewaltanwendung aufgerufen. Er hat lediglich von seinem international verbrieften Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht. Aus diesem Grunde betrachte ich ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Ich bitte Sie daher, sich bei Ihrer Regierung für die sofortige und bedingungslose Freilassung von Herrn Leopoldo López einzusetzen.

Freundliche Grüße





KOPIEN:

>>> Auswärtiges Amt, Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: poststelle@auswaertiges-amt.de   
  
>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Fax: 030-227-36051, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de