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236 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-426-2758-0, Droemer-Verlag, München 2011,        Preis: 18 €

„Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens“ - so lautet der Untertitel dieser weiteren Veröffentlichung von Hamed Abdel-Samad zur Entwicklung in seiner ägyptischen Heimat. Der Autor, der durch seine Beiträge im deutschen Fernsehen Kennern ein Begriff ist, war während des Aufstandes im Frühjahr 2011 in Kairo. Aus seiner unmittelbaren Anschauung gibt er zunächst einen ausführlichen und spannenden Bericht über die Ereignisse rund um den Tahrir-Platz in Kairo.  


Was den meisten Europäern kaum im Bewusstsein ist, ist der Umstand, dass das Internet in Ägypten (und nicht nur dort) die Bevölkerung im islamischen Kulturbereich nachhaltig verändert hat. Abdel-Samad berichtet über den Einfluss der „Facebook“-Seite von „We are Khalid Said“, die gegründet worden war, um gegen die Ermordung des jungen Bloggers Khalid Said durch zwei Polizisten zu protestieren. Die Internetplattform „Facebook“ ist nach Meinung des Autors „der größte Häretiker und der größte Demokrat der islamischen Welt, weil sie das Wissensmonopol des Staates gebrochen und die Informationen für alle zugänglich gemacht hatte.“ Schon wenige Monate nach der Gründung des Online-Netzwerkes hatte Ägypten die meisten Nutzer nach den USA,  und die Zahl der Nutzer stieg nochmals enorm an, nachdem die arabische Version von „Facebook“ 2009 eingeführt wurde.


In den Nachrichten war der Tahrir-Platz stets als Platz der Freiheit vorgestellt worden. Tatsächlich - so berichtet Hamed Abdel-Samad - hat der Platz „seinen Namen einigen gebildeten ägyptischen Frauen zu verdanken, die sich vor 90 Jahren demonstrativ den Schleier vom Kopf rissen und zur Befreiung Ägyptens von der osmanischen Herrschaft aufriefen.“ Die ägyptische Frauenrechtlerin Huda Scha’arawi, die Klara Zetkin als ihr Vorbild sah, habe die Aktion damals initiiert, nicht um zu provozieren, sondern um andere Frauen zu ermutigen, sich von niemanden bevormunden zu lassen. „Sie wurde für ihre Aktion nicht als Häretikerin oder Provokateurin betrachtet, sondern als Menschenrechtsaktivistin (…). Heute, über 90 Jahre später, ist eine derartige Aktion auf dem Tahrir-Platz beinahe unvorstellbar.“ Der Autor schildert aber auch hoffnungsvolle Entwicklungen und Erfahrungen, die er in den Tagen des Aufruhrs auf eben diesem Platz gemacht hatte: Da werden einerseits demonstrierende Frauen von Männern als „Huren“ diffamiert, andererseits gab es auch die Entschuldigung eines Islamisten bei unverschleierten Frauen und deren Hochachtung vor dem Engagement der Frauen für einen Wandel. Auf dem Tahrir-Platz war eben alles möglich.

Dem Autor ist es hoch anzurechnen, dass er sich auch mit der Lage der koptischen Minderheit in Ägypten näher befasst. „Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches und am Ende des islamischen Kalifats hofften die orientalischen Christen, endlich als gleichberechtigte Bürger moderner Nationalstaaten leben zu können. Allerdings“, so fährt er fort, „mussten sie befürchten, zwischen Nationalisten und Islamisten zu geraten und Opfer der Identitätskrise zu werden.“ Hamed Abdel-Samad erläutert weiter, dass es beispielsweise  der syrische Christ Constantin Zureiq (1909 - 2000) war, der auf die Idee kam, die nationale Identität zu erweitern, um geographische und religiöse Grenzen zu überwinden. „Und so erfand er den Panarabismus“.  Später jedoch wurde die Lage der zunächst so progressiven Christen zunehmend schlechter - insbesondere im Zuge der zunehmenden Fanatisierung großer islamischer Bevölkerungskreise. „Aus Angst vor einem ungewissen Ausgang der Revolution ordnete der koptische Patriarch an, die Kopten sollten Demonstrationen fernbleiben. Er hatte vorher leider auch die Vererbung der Macht an den Sohn Mubaraks begrüßt“, was aus der Logik einer unterdrückten Gruppe verständlich sei: „Lieber die Diktatur Mubaraks als die Diktatur der Scharia, falls die Islamisten an die Macht kommen“. 


Hamed Abdel-Samad belässt es aber nicht bei der bloßen Schilderung, sondern gibt Beispiele dafür, wie der Westen als auch der islamisch geprägte Orient aus gemeinsamen Projekten profitieren können. Er untersucht auch die Möglichkeiten westlicher Demokratien, Einfluss auf die Entwicklung Ägyptens zu nehmen. Dabei setzt er sich auch kritisch mit dem saudischen Königshaus und dessen Förderung des radikalen Salafismus‘ in Ägypten auseinander; insbesondere lehnt er die Hofierung Saudi-Arabiens durch den Westen ab. „Für mich ist Saudi-Arabien die größte Gefahr für den Weltfrieden, denn es besteht aus einer schizophrenen Mischung aus Geld, Sippenkultur, amerikanischer Popkultur, modernen Waffen und einer religiösen Ideologie, die den Rest der Welt für Untermenschen hält.“

Gemeinsame Projekte sind es, die der Autor zur Beseitigung des Kampfes der Kulturen empfiehlt. „Jetzt will ich hoffen, dass die Menschen, entgegen all dem, was wir aus der Geschichte gelernt haben, einmal vor der Katastrophe einsichtig werden und ihrer Einsicht entsprechend handeln.“ 

Die weitere Entwicklung in Ägypten bleibt spannend. Bücher wie das von Hamed Abdel-Samad helfen dabei, diese zu verstehen und entsprechend zu würdigen.