ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

VR CHINA: Tibetischer Nomade und Umweltaktivist zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt


Quelle: Mitteilung der IGFM-München, www.igfm-muenchen.de 

Am 6. Dezember 2019 wurde der Nomande und Umweltaktivist A-Nya Sengdra  von einem Gericht in der Präfektur Golog, Amdo (Provinz Qinghai) schuldig gesprochen. Die siebenjährige Freiheitsstrafe erfolgte wegen „Versammlung von Menschen, um die öffentliche Ordnung zu stören“ und „Streitigkeiten vom Zaum zu brechen und Unruhen zu provozieren“ .

Dieses Urteil war nach 14 Monaten Untersuchungshaft verhängt worden. Am 4. September 2018 wurde A-Nya von Sicherheitskräften im Bezirk Gade verhaftet und geschlagen. In den ersten 48 Tagen seiner Haft hatte er keinen Zugang zu einem Anwalt. Seine Haftzeit wurde mehrmals verlängert und ein Antrag seines Anwalts auf Entlassung gegen Kaution abgelehnt. Die Ehefrau  und andere Familienmitglieder durften A-Nya Sengdra in der Haft nicht besuchen.


A-Nya Sengdra wird in seiner Gemeinschaft weithin respektiert für seine Kampagnen gegen illegale Bergbauaktivitäten, Korruption unter den Amtsträgern, illegale Jagd und Wilderei von bedrohten Spezies. Im Jahr 2014 gründete er zusammen mit anderen lokalen tibetischen Nomaden eine Freiwilligenorganisation namens „Mang Dhon Ling“ (Forum für öffentliche Angelegenheiten), um gegen Korruption und Machtmißbrauch bei lokalen chinesischen Beamten vorzugehen.

„Nicht nur waren die Aktivitäten von A-Nya vor seiner Verhaftung keine Straftat - sie waren in Zeiten akuter Umweltkrisen unerlässlich“, sagte Lobsang Yangtso von International Tibet Network. „Aktivisten auf der ganzen Welt setzen sich für den Schutz der Umwelt ein und dafür, dass das Land, auf dem sie leben, auch für zukünftige Generationen bewohnbar sein wird. Unter chinesischer Besatzung zu leben, bedeutete für A-Nya jedoch, dass seine Umweltschutzarbeit dazu geführt hat, dass er als Krimineller statt als ein Held der Umweltbewegung angesehen wurde.“

Die Verhaftung und Verurteilung von A-Nya Sengdra passt zu dem allgemeinen Muster der Verfolgung tibetischer Aktivisten und Umweltschützer, der schon Hunderte zum Opfer gefallen sind und verhaftet wurden. Seit Februar 2018 gehen Provinz- und Regionalbehörden in ganz Tibet gegen Leute vor, die von der KPCh „Unterweltkräfte“ und „kriminelle Banden“ genannt werden. Wahrscheinlich sind infolge von Razzien über 400 Tibeter verhaftet worden.


>>> Bitte helfen Sie mit, die Freilassung von A-Nya Sengdra zu erreichen, indem Sie sich am (englisch-sprachigen) Online-Appell  an den chinesischen Justizminister und die Provinzregierung von Qinghai beteiligen, den Sie unter folgendem Link erreichen: https://actions.tibetnetwork.org/release-tibetan-environment-activist-nya-sengdra